Vulvodynie und Pilzinfektionen - Diagnose und Therapie

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    • Vulvodynie und Pilzinfektionen - Diagnose und Therapie

      Hallo zusammen,

      ich schreibe in das Forum, weil ich mir Rat zum Thema Vulvodynie erhoffe, aber auch meine Erfahrungen schildern möchte.

      Gehen wir bis in den März 2018 zurück: Was ist eigentlich passiert?
      Im März verspüre ich mal wieder ein Brennen und Jucken am Scheideneingang und weiß, ich habe wohl eine Pilzinfektion. Schon das Jahr zuvor hatte ich mich damit länger rumgequält, allerdings auch etwas lari-fari therapiert. Ich ging im März 18 also zum Frauenarzt und es wurde tatsächlich ein Pilz festgestellt, behandeln sollte ich ihn wie gewohnt mit Kadefungin Kombi (3 Tage). Das tat ich auch und danach verwendete ich Milchsäurebakterien, um die Flora wiederherzustellen. Ich hatte ca. 1 Woche Ruhe und schon ging der Albtraum los. In den nächsten Monaten verfolgte mich die Pilzinfektion - Kadefungin und Fluconazol (zum Schlucken) halfen beide nicht so recht. Dann auf einmal - es ist schon Mai - habe ich Schmerzen und Brennen während ich auf Arbeit bin, diese Schmerzen und das Brennen verschlimmern sich die Folgetage und bleiben quasi der Zustand bis heute.

      Den Rest fasse ich kurz als Bulletpoints zusammen
      Juni: Der Pilz ist kurzzeitig weg, ich nehme die Gynatrenimpfung, an meinen Schmerzen ändert das wenig
      Juli: Ich hab es zur Charité geschafft, ich fühle mich wenig ernst genommen, erhalte ein Antibiotikum (Arilin) für 2 Tage, da Bakterien gesichtet werden, auch hier keine Veränderung
      August: Nach den heißen Sommertagen und Ja ich habe es einmal gewagt, im See baden zu gehen, habe ich wieder einen Pilz, lokale & orale Behandlung
      August-Heute: Gleichbleibende Schmerzen, wechselnde Frauenärzte, der Pilz ist "angeblich" immer da

      September: Ein Monat voller Hoffnung: ich habe Termine bei Spezialisten: Zentrum für Dysplasie & Zytologie in Berlin und das Institut für Pilzerkrankungen ebenfalls in berlin. Ersteres hat die Diagnose: chronische Dermatitis bei Vulvodynie ergeben und mir wurde eine Cortisons/Östrogencreme verschrieben (Linoladiol), diese habe ich übrigens nicht vertragen, so wie mittlerweile gefühlt jede Creme. Bei dem zweiten Institut steht das Ergebnis noch aus. Und nun stehe ich eigentlich wieder alleine da mit der Diagnose Vulvodynie - eine Krankheit, die man nicht heilen kann. :(

      Therapie & Lebensqualität
      Ich habe in den letzten Monaten/Wochen versucht, die Pilzinfektionen/Schmerzen in den Griff zu bekommen: Umstellung der Ernährung (kein Zucker und Weizenmehl, viel selber Kochen), trage weite Hosen und Baumwoll-Slips, normale Intimpflege nur mit Wasser, Handtücher und Co. werden sehr oft bei 95 C gewaschen, verschiedene Cremes kamen zur Anwendung (u.a. Deumavan, Gynnomunal, Vagisan Feuchtcreme, Replens (absolut nicht empfehlenswert), Kokosöl), Darmkur mit Symbiolakt und Omni Biotic sowie dem Trinken von Flohsamenschalen, Trinken von Grapefruitkernextrakt und das Absetzen der Pille. Bisher half nichts. Auch im Bereich Psyche/Stress habe ich an mir gearbeitet: Ruhetage in der Woche (ich bin ein sehr aktiver Mensch), offene und ehrliche Gespräche mit Familie/Freunden und meinem neuen Partner (habe ich leider genau jetzt kennengerlernt), eine Psychotherapie begonnen (hätte auch nie gedacht, dass ich zum Psychologen muss, aber es gibt Tage, wo ich nur weinen könnte und permanent an die Schmerzen denken muss).

      Mein weiterer Weg werden nun der Gang zu einem Yoga-Kurs, Beckenbodenmuskeltraining zu Hause, das Nehmen von Vitamin B sein und dann würde ich auch zu drastischeren Mitteln übergehen: Neurologen aufsuchen und eventuell über das Medikament Gabapentin sprechen sowie bei vorangeschrittener Psychotherapie das Medikament Amitriptylin (Antidepressiva) erfragen. Ich bin eigentlich echt eine Kämpfernatur und liebe mein Leben, aber derzeit kann ich einfach nichts genießen - weder das Treffen mit Freunden, Urlaube oder Zärtlichkeiten mit dem Partner. Mit meinem neuen Freund konnte ich bisher auch noch keinen Sex haben, was mich zusätzlich unter Druck setzt (das tue ich alleine, nicht er). Klar gibt es andere Wege, aber sie sind eben nicht das Gleiche.

      Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und möchte sich mit mir austauschen oder hat Tipps für mich? Ich würde so gerne mit jemandem sprechen, dem es ähnlich geht, denn auch wenn alle meine Freunde sowie auch Familie hinter mir stehen, kann sich niemand in mich hinein versetzen.

      Vielen Dank für das Lesen meines Romans. Ich freue mich auf Kommentare oder Nachrichten :)